a b c d e f g h

EMSCHERplayer // // // // Kommentare

01

Sandra KönigKommentar am 30.06.2013 um 18:05

Laut eines im September 2010 veröffentlichte Berichts lag die Zahl der übergewichtigen Männer und Frauen in Deutschland bei durchschnittlich 55%. Spitzenreiter waren Mexiko, die USA und Australien mit bis zu 70 % (Quelle: www.stern.de/Stichwort: OECD-Studie zur Fettleibigkeit). Auch 2013 ist Übergewicht ein Thema. Die Zeiten in denen ein runder und wohlgenährter Körper Reichtum und Wohlstand symbolisierte sind längst vorbei. Zu Recht merkt der Autor Martin Döring an, dass Übergewicht zukünftig eine große gesundheits-politische Herausforderung darstellen wird. Dass der zunehmenden ,,Verfettung“ der Bevölkerung allerdings lediglich mit einer gesundheitsfördernder Stadtentwicklung Einhalt geboten werden kann, wage ich persönlich zu bezweifeln. Natürlich steht außer Frage, dass eine Stadt die über große Freiflächen und zahlreiche Grünanlagen verfügt eher zum Sport animiert als eine die diese Annehmlichkeiten nicht bietet. Dennoch wird man übergewichtige oder gar adipöse Menschen nur schwer zum Sport bewegen können, indem man ihnen einfach mal über Nacht einen Park vor die Haustür setzt oder aber auch wie im Text berichtet wird den Autoverkehr auf ein Minimum begrenzt. Im schlimmsten Fall bewirkt man damit vielleicht sogar das Gegenteil. Ein beispielsweise flächendeckendes Verbot des Autoverkehrs im Stadtzentrum könnte so eventuell dazu führen, dass übergewichtige und adipöse Menschen seltener oder überhaupt nicht mehr aus dem Haus gehen, weil sie nicht dazu bereit sind auf die Annehmlichkeit eines Autos zu verzichten. Die Verbesserung der Ernährungs-gewohnheiten durch die im Text erwähnte Verringerung der Dichte an Fast-Food Restaurants ist sicherlich eine gute Idee aber höchst wahrscheinlich bei der Bekämpfung von Übergewicht nur bedingt zielführend. Selbst wenn es gelingen sollte Fast-Food Giganten wie McDonalds oder Burger King fast zur Gänze aus dem Stadtbild zu verbannen wäre die gesunde Ernährung der Bevölkerung noch nicht einmal ansatzweise gewährleistet. Um dies zu erreichen wäre es wohl unter anderem erforderlich, die Chipsregale und Süßwaren Abteilungen in den Supermärkten von ihrem kalorienreichen Inhalt zu befreien. Dass das kaum machbar sein wird muss hier wohl nicht weiter erwähnt werden. Es liegt mir fern, die im Text angeführten Möglichkeiten zur Bekämpfung von Übergewicht gänzlich zu kritisieren. Meiner Ansicht nach können allerdings derartige Überlegungen zur gesundheitsfördernden Stadtplanung nur greifen, wenn bereits bei den Menschen die unter Übergewicht und Adipositas leiden ein Umdenken stattgefunden hat. Letztendlich kann man niemanden zu mehr Bewegung oder zu einem gesünderen Essverhalten zwingen. Vielleicht wäre man gut damit beraten, wenn man nicht einfach nur das Stadtbild in der Hoffnung auf eine Verbesserung der Problematik verändert sondern auch die Menschen mit einbezieht und zunächst einmal erklärt welche Risiken Übergewicht mit sich bringt und welche Vorteile dagegen eine gesunde Lebensweise hat. Groß angelegte Informationsveranstaltungen rund um das Thema Gesundheit würden sicher dazu beitragen, bei der Bevölkerung zunächst einmal ein Bewusstsein für das Thema Übergewicht zu schaffen.

02

Julia DöhlerKommentar am 01.07.2013 um 14:54

Das Thema Übergewicht spielt in den Medien von Zeit zu Zeit immer wieder eine Rolle. Aber leider wird es auch viel zu oft vernachlässigt. Der Text spricht aber genau die Problematik von Übergewicht an und zeigt eine Möglichkeit auf dieses zu bekämpfen. Ich bin der Meinung, dass es immer wieder wichtig ist auf diese Thematik hinzuweisen und Lösungsvorschläge zu geben, auch wenn vielleicht nicht alle von ihnen fruchten. Prinzipiell halte ich es für eine gute Initiative, wenn man bereits bei der Planung von Städten die gesunde Ernährung der Bevölkerung mit einbaut. Der falsche Weg wäre jedoch, wenn man versuchen würde Mc Donalds und co. Gänzlich aus der Stadt zu verbannen. Es gibt durchaus auch Menschen, die sich gesund ernähren, schlank sind und dennoch hin und wieder Fast Food essen. Denn jede Person, egal wie übergewichtig sie ist, ist ein mündiger Bürger und kann letztendlich selbst entscheiden was er essen möchte. Besser ist es dagegen, wie auch im Text angesprochen den Menschen Alternativen aufzuzeigen. Ihnen zu vermitteln, dass Kochen auch Spaß machen kann oder das es auch leckere Nahrungsmittel gibt, die nicht zwangsläufig dick machen.
Ich glaube aber auch, dass man das Konzept, die Gesundheit durch die Stadtentwicklung zu verbessern in andere Programme mit einbinden muss. Es ist ganz wichtig, dass bereits Kinder lernen, wie man mit Essen und Bewegung richtig umgeht. Dazu müssen natürlich auch die Eltern ein Vorbild sein. Wie auch immer in zahlreichen Debatten angesprochen, helfen nicht nur soziale Projekte in diesem Bereich, den Menschen etwas zu vermitteln. Die Gesundheit der Bevölkerung ist vor allem eine Sache der Politik. Denn Armut und Perspektivlosigkeit fördern die Trägheit und das Gefühl, dass es ohnehin keinen Unterschied macht ob man etwas tut, oder ob man an den gewohnten Strukturen festhält (http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/uebergewicht-armut-macht-dick-unbeweglich-und-abhaengig-1516070.html).
Der eigene Antrieb spielt immer eine große Rolle und oft ist es ja der Fall, wenn man zu etwas gedrängt wird, dass man sich umso stärker dagegen wehrt. Aus diesem Grund, müssen wie bereits gesagt besonders Kinder mit eingebunden werden. Ich erinnere mich, dass ich es als Kind immer ganz toll fand, wenn es irgendwo einen ‚Trimm-dich-Pfad’ gab, an dem ich mich austoben konnte. Aber auch Spielplätze sind immer sehr beliebt. Solche kleinen Veränderungen können oft schon viel bewegen und gliedern sich gut in das hier vorgestellte Projekt ein. Daher kann ich sagen, dass ich den beschriebenen Ansatz sehr gut finde und ich glaube, dass es sich lohnt dieses auszubauen. Besonders wichtig ist es, dass man Menschen die Probleme haben nicht damit alleinleinlässt, denn oftmals ist Übergewicht eine Folge von psychischen Problemen.

03

S. HeßmannKommentar am 15.08.2013 um 20:47

Martin Döring macht in seinem Bericht auf die Problematik Übergewicht und Adipositas aufmerksam. Er versucht darzustellen, dass ein Umdenken in der Städteplanung, dazu führen könnte präventiv gegen die Volkskrankheit der Fettleibigkeit vorzugehen. Weniger Fastfood Restaurants, mehr Fahrradwege und der Ausbau von Spielplätzen lautet die Devise um den Kalorienüberschuss, den viele Bundesbürger am Ende eines Tages aufweisen, entgegenzuwirken. Durch Veränderung der Umwelt sollen die Bürger dazu animiert werden, ihren Alltag gesünder zu gestallten. Dennoch ist sich Herr Döring im Klaren darüber , dass nicht einzig und allein eine gesundheitsfördernde Stadtentwicklung zum Umdenken animiert. Diese Meinung vertrete ich auch. Nur die zur Verfügunkstellung von Möglichkeiten durch z.B. eine vermehrte Anzahl an Fitnessstudios in einer Stadt oder eben dem bewussten weglassen von gesundheitsschädlichen Etablissements, wie das beliebte MC Donalds um die Ecke, führt noch lange nicht dazu, dass die Bevölkerung plötzlich eine gesunde Lebensführung anstrebt. Der im Text beschriebene Ansatz des amerikanischen Arztes und Ernährungswissenschaftlers bietet sich meiner Meinung nach dazu an, die Bevölkerung für die Problematik des Übergewichtes zu sensibilisieren. Das Abbilden der übergewichtigen Bevölkerung auf einer Landkarte von Deutschland würde abschrecken und könnte dazu führen, dass in Regionen, die überdurchschnittlich von der, wie im Text meiner Meinung nach passend beschrieben Epidemie der Fettleibigkeit betroffen sind , alles daran setzen, diesen Missstand zu beseitigen. Sei es durch kommunal geförderte Projekte, Bürgerinitiativen oder Ähnlichem. Aufklärungsfilme wie „Super Size Me“ von Morgan Spurlock können gerade bei der jüngeren Bevölkerung dafür sorgen, den beliebten Besuch bei „Burger King“ zu minimieren oder gar ganz einzustellen. Des Weiteren sollte mehr Wert darauf gelegt werden, den Sportunterricht an Schulen zu fördern oder gar ein Unterrichtsfach einzuführen, welchen den Heranwachsenden u. A. lehrt, sich gesund zu ernähren. Bei der ganzen Aufklärung rund um eine gesunde Lebensweise sollte jedoch darauf geachtet werden, dass man nicht irgendwelche gesellschaftlichen Schönheitsideale vermittelt. Jeder Mensch ist anders veranlagt und das von den Medien suggerierte „gesunde“ und gut aussehende Model sowie der perfekt trainierte Mann aus der Rasierschaumwerbung sind utopische Ziele und es ist überflüssig diese zu erreichen. Was ich letztendlich damit sagen will ist, bevor man darüber nachdenkt die Topographie einer Stadt als Mittel zur Bekämpfung des Übergewichtes zu nutzen, sollte man Versuchen ein Umdenken in den Köpfen der Menschen zu erzeugen. Baut man Städte zukünftig so aus , dass man gezielt auf Fastfood Restaurants verzichtet und vermehrt auf Fitnessstudios setzt, bewirkt man vielleicht eine Veränderung und möglicherweise auch eine Verbesserung der Umstände, ein Umdenken findet so allerdings nicht statt. Eine Verbesserung würde nur Aufgrund der veränderten Umstände auftreten. Ein bewusstes Umdenken hinsichtlich einer gesunden Lebensführung kann durch gesundheitsfördernde Städteentwicklung meiner Meinung nach nicht realisiert werden.

04

Lennart M.Kommentar am 15.08.2013 um 22:22

Schon seit 2000 rückt Fettleibigkeit in den Fokus verschiedener internationaler Gesundheitsstudien. Erstmals bestand ein Gleichgewicht zwischen der Anzahl übergewichtiger und unterernährter Menschen und es zeigte sich, dass auch die Industrienationen ein großes Problem mit Fehlernährung haben.
Von dem Autor richtig angemerkt darf es zwar nicht zu der pauschalisierten Stigmatisierung kommen von dick = ungesund, jedoch sind die Folgen von Fettleibigkeit (höheres Krankheitsrisiko, kürzere Lebenserwartung und geringe Leistungsfähigkeiten) ähnlich der Folgen von Unterernährung und somit nicht zu unterschätzen. Die Gleichung dick = ungesünder trifft daher meiner Meinung auf jeden Fall zu.
Die Identifizierung der Städte als Zentren der Fettleibigkeit ergibt durch die genannten Argumente der höheren Energiezufuhr im Zusammenhang mit der geringeren Bewegung Sinn. Ein wichtiger Schritt ist es das Problem des Übergewichts nicht mehr nur der Einzelperson zuzuschreiben und allein der Medizin die Bekämpfung zu überlassen, sondern intradisziplinär, unter anderem auch mit der intelligenten Städteplanung gegen Fettleibigkeit vorzugehen.
Richtig von Sandra König angemerkt wird es nicht helfen, einfach Fast-Food-Ketten aus dem Städtebild zu verbannen oder in Ballungszentren den privaten Autoverkehr zu minimieren und dabei die möglichen negativen Folgen auszublenden. Der jetzigen Generation von fettleibigen Erwachsenen werden solche Maßnahmen wohl nur im geringen Maße helfen Gewicht zu verlieren und ein gesünderes Leben zu führen. In solchen Fällen müsste sich grundlegend die Einstellung von der Einzelperson ändern und eine solche Veränderung kann selten durch eine dritte Instanz eingeleitet werden.
Doch intelligente Städteplanung kann in Hinsicht auf Gesundheit die neue Generation von Kindern oder Jugendlichen helfen sich mehr zu bewegen beziehungsweise sicher besser zu ernähren und somit die Anfälligkeit auf Fettleibigkeit in dieser Generation verringern. Auch hierbei wirken solche Maßnahmen natürlich nur unterstützend, sind deshalb aber nicht zu vernachlässigen.
Dabei will ich hervorheben, dass in meinen Augen die Gesundheitsförderung nur ein kleiner Nebeneffekt von intelligenter Städteplanung ist. Das Konzept verfolgt das Prinzip die Städte ökonomischer und ökologischer zu gestalten. Die Erbauung neuer Parks, die Verringerung des Verkehrs oder die Verbindung der Städte mit der Natur, erfüllen den eigentlichen Zweck.

05

Julian M.Kommentar am 13.11.2013 um 15:50

Der Autor spricht im Titel von der räumlichen Re- oder Neustrukturierung, die zu Bewegung und
beim Kampf gegen Fette helfen soll, als zweifelhaftes Unterfangen. Dies stützt er mit der Aussage,
der Kampf gegen Fettleibigkeit sei nicht mit dem einfachen „Dreh an der Stellschraube Stadtplanung“
zu erreichen. Hier kann ich nur zustimmen. Sicherlich sind die vielen Fastfood Ketten ein großes
Problem. So braucht der gemeine Bürger mit dem Auto kaum länger als 20 Minuten bis zum nächsten
Fastfood Restaurant. Zusätzlich ist die Verbreitung von Burger und Co. kaum einzudämmen. Waren
im Jahr 2002 noch 715 Millionen beim geschwungenem „M“ zu Gast, kletterte deren Zahl 2012 auf
über eine Milliarde (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/McDonald%E2%80%99s).
Die Frage ist jedoch, wie groß der Einfluss dieser Fastfood Ketten auf das prozentuale Auftreten von
Fettleibigkeit in einem bestimmten Stadtteil ist, und welche Steuerungsmöglichkeiten seitens der
Städteplaner bestehen. Nicht die Verbreitung bestimmter Restaurants ist das Problem, sondern der
Lebenswandel der Menschen. In der heutigen Zeit soll alles schneller, bzw. effizient vonstattengehen.
Das Essen verkommt zur reinen Nahrungsaufnahme. Das Problem der Fettleibigkeit liegt jedoch auch
bei den Supermärkten. Die Fertig-Pizza für 2,30 Euro mit Analogkäse und gehacktem unbekannter
Herkunft und Zusammensetzung ist günstiger und vor allem schneller gemacht, als dass man sich für
anderthalb Stunden vor den Herd stellt.
Man kann das klassische Fastfood nunmal nicht allein für Adipositas verantwortlich machen. Eher
sind es die industriell hergestellten Inhaltsstoffe, die mittlerweile in fast allen im Supermarkt
erhältlichen Lebensmitteln vorhanden sind. Dazu kommen gehärtete und teilweise gehärtete
minderwertige Öle, Geschmacksverstärker, Süßstoffe und Konservierungsstoffe, von denen viele im
Verdacht stehen diverse Krankheiten, wie auch Adipositas zu begünstigen (Quelle:
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/adipositas.html). Dies sind nun aber kulturell und
soziologisch bedingte Ursachen für die krankhafte Fettleibigkeit, bei denen die Stadt- und
Raumplanung nur wenig Einfluss hat. Die Folgen dieser können lediglich abgemildert werden, indem,
auch in großen Städten, Räume für Sport und Bewegung in der Natur geschaffen werden. Um das
Problem an der Wurzel zu packen, ist jedoch ein grundlegender Wandel der aktuellen Lebensweise
Menschen notwendig.

06

Hendrik D.Kommentar am 18.11.2013 um 11:50

Die These, dass der Lebensraum Stadt die Menschen zu einem ungesünderen Lebensstil verleitet, erscheint plausibel und schlüssig. Dennoch sollte den Forschungen über „dickmachende Umwelten“ kein zu hohes Maß an Aufmerksamkeit geschenkt werden, da sie womöglich als entscheidende Ausrede von Übergewichtigen missbraucht werden. Die im Text angesprochenen Merkmale der Topographie mögen in geringem Maße für das Übergewicht fördernd sein, dennoch liegen Adipositas und andere Synonyme für Übergewicht im Verantwortungsbereich der Individuen.
Außerdem ist die Dichte der Imbissbuden in einem Stadtgebiet nicht von hoher Relevanz, da die hohe Mobilität, beispielsweise durch öffentliche Verkehrsmittel, jedem bewegungsscheuen Menschen das aktive Bewegen abnehmen kann, was auch mit der Meinung von Sandra König konform geht. Selbst für Areale, die frei von Verkehrsmitteln erscheinen und die Menschen zu Bewegung nötigen, entgehen bewegungsfaule Individuen der aktiven Fortbewegung mit Fortbewegungsmitteln wie Segways, schwachmotorisierten Zweirädern, oder Golf-Caddys. Diesem Gedankengang folgend, wird das Konzept, die Städte Bewegungsfördernd zu gestalten, in Frage gestellt und die Verantwortung fällt wieder auf das Individuum zurück. Dennoch können Maßnahmen wie „intelligente Städteplanung“ gesundheitsfördernd sein und insbesondere die jüngeren Generationen dazu animieren, sich besser zu ernähren und sich vor allem mehr zu bewegen. Im Fokus sollte jedoch weiterhin das Konzept stehen, ökonomische und ökologische Städte zu erbauen.

Kommentar_abgeben

Kommentar schreiben: